„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“

Alle Welt weist diesen bekannten Ausspruch Martin Luther zu. Aber hat er den wirklich so gesagt? Über einhundert Zuhören machten sich am Freitagabend des 27. Oktober 2017, wenige Tage vor dem Reformationsfest, in der Dußlinger Friedenskirche zusammen mit Andreas Malessa, dem allseits bekannten Theologen, Hörfunk- und Fernsehjournalisten, erfolgreichen Buchautor und Songtexter, auf den Weg, diesem Spruch und anderen Zitaten und Ereignissen von und mit Martin Luther auf den Wahrheitszahn zu fühlen.

Und wahrhaftig, so hatte Luther das nie gesagt. Der oft vergessene Nachsatz – „Gott helfe mir, Amen“ – der  ist amtlich protokolliert. Der andere eben nicht! (Zitat aus dem Buch von Andreas Malessa, Hier stehe ich, es war ganz anders) Auf überaus sachkundige und humorvolle Art referierte Andreas Malessa über den Ablasshandel, die Apfelbaumpflanzaktion, den Thesenanschlag, die Flucht von Katharina von Bora im Heringsfass und die arrangierte Ehe derselben mit Martin Luther und den damit verbundenen Irrtümern.

Perfekt musikalisch eingerahmt wurden diese Geschichten von dem Pianisten Uli Schwenger aus Plüderhausen im Remstal. Abwechslungsreich interpretierte er Jazzkompositionen von Keith Jarrett, Kirchenchoräle und zitierte sogar aus der Kantate von Johann Sebastian Bach „Schafe können sicher weiden“. Das begeisterte Publikum summte nicht nur mit sondern spendete auch immer wieder lang anhaltenden Beifall.

Dieser heiter literarische und musikalische Abend endete mit einem ausgiebigen Ständerling am reichhaltigen  Schmankerl-Büffett des Chores Salz&Licht.

Luther hätte seine Freude daran gehabt, das ist sicher!

Andreas Malessa
Uli Schwenger