Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und danket Gott, dem Vater, durch ihn! (Kolosser 3,17)

„Im Namen …“, das ist eine häufige Ausdrucksweise. Wir gebrauchen sie, wenn etwa „im Namen des Gesetzes“ eine Verhaftung erfolgt oder „im Namen des Volkes“ ein Gerichtsurteil gesprochen wird, oder wenn ich durch eine Vollmacht jemanden vertrete. Als ich die Generalvollmacht von meinem Vater zur Auflösung seines Geschäftsbetriebes erhielt, wurde mir die Herausforderung und Tragweite dieses Vorgangs sehr bewusst.

In jemandes Namen etwas sagen oder tun heißt, so zu handeln, als ob der andere selbst es ist, der hier handelt. So haben in Apg. 3,1-26 bei der Heilung des lahmen Bettlers nicht Petrus und Johannes die Heilung bewirkt, sondern Jesus hat es durch den in Seinem Namen ausgesprochenen Befehl getan. Ich kann daher nur dann im Namen eines anderen etwas sagen oder tun, wenn ich weiß, dass es so sein Wille ist und so seine Zustimmung findet.

„Tut alles im Namen des Herrn Jesu“ bedeutet also: Denkt daran, dass Jesus Herr über unser ganzes Leben ist. Ihm gehören wir total. Wir gehören Ihm doppelt:

  1. weil wir „durch Ihn und zu Ihm geschaffen“ sind (Kolosser 1,16) und
  2. weil Er uns aus der Sklaverei der Schuld unter Einsatz Seines Lebens erkaufte (Kolosser 2,14).

Was für ein Licht flammt hier auf! Verschwunden ist in diesem Licht der ganze Unterschied zwischen „heiligen“ und „weltlichen“ Zeiten, Orten, Worten und Handlungen! Paulus riet darum den Kolossern nicht: Alle religiösen und frommen Dinge tut nun im Namen Jesu! Auch nicht: Seht, wie ihr doch möglichst viel im Namen Jesu recht heilig tun könnt! Sondern er schrieb sehr betont: „alles, was ihr nur immer tut …“.

Nun gibt es gar nichts „nur Weltliches“, „Gottfernes“ mehr in unserem Leben, denn alles, was wir überhaupt tun, das tun wir ja nun „im Namen des Herrn Jesu“, unter der Regierung und Leitung dieses Herrn, vor Seinen Augen, in Seiner Gegenwart. Sind wir uns dessen immer bewusst? Um mit Luther zu reden: Sie können und sollen darum auch die „stückeliche und bettelische“ Heiligung durch eine totale ersetzen. Das ganze Fragen „Darf ich dies noch? Darf ich jenes?“ Der ganze Wunsch nach einer möglichst genauen Liste der verbotenen und der erlaubten Dinge ist hier erledigt! Jeder Ort ist gut, an dem ich mit Jesus meinem Herrn sein kann, und sei er ein „Gastmahl der Zöllner und Sünder“. Jeder Raum ist unbetretbar, in den ich Jesus nicht mitnehmen kann, auch wenn es ein moralisch ganz „sauberer“ oder „harmloser“ Raum ist. Der Montagnachmittag in der Berufsarbeit ist so „heilig“ wie der Sonntagvormittag in der Kirche.

Auch meine Freizeit, Erholung und Entspannung teilt mir die gütige Hand meines Herrn zu. Ich habe keine Sorge, dass ich auch bei allen Corona-Einschränkungen dabei zu kurz kommen könnte. Bei Ihm, der sogar Sein Leben für mich gab und dem alles Sichtbare und Unsichtbare gehört, kann ich überall frei atmen. Alles darf ich als Christ tun, was sich mit dem Namen Jesu verbinden lässt. Und nichts will ich tun, was ich vor Jesus, meinem Erretter, verstecken müsste, was zu Seinem Namen nicht passt. Was für ein Veränderungspotenzial erfährt mein Leben, wenn ich es so lebe.

Dies wünsche ich mir und euch allen in dieser aufregenden und auch belastenden Coronazeit.

Hartmut Hofses

Kategorien: Andachten