Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.

Der Monatsspruch für den November kommt aus dem 2. Brief an die Thessalonicher. Paulus, Silvanus und Timotheus sollen ihn geschrieben haben. Die Schreiber dieses Briefs haben sich zum Ziel gesetzt, die Gemeinde nochmals eindringlich darauf hinzuweisen, dass der Tag des Herrn kommen wird. Das Warten auf unseren Herrn befindet sich in einer Endphase. Darum, so ermahnen sie die Gemeinde eindringlich, lasst nicht nach, in eurem Glauben, werdet nicht nachlässig, richtet eure Herzen aus auf die Liebe Gottes. Und vor allem lasst euch in diesen Tagen nicht von dem Widersacher verführen.

Wie geht es Euch mit solchen endzeitlichen Aussagen? Jetzt am Beginn des vorletzten Monats im Coronajahr 2021? Der Monat November steht vor der Türe. Die Sommerwochen sind endgültig vorbei, der goldene Herbst, the indian summer, ist vorüber. Die kalten, trüben und nassen Novembertage erwarten uns. Früh wird es wieder dunkel und spät morgens hell.

Alle meine zu depressiver Stimmung neigenden Geschwister wissen wovon ich rede. Und nun ist gerade dieser Monat mit einem Leitspruch aus einem Endzeitbrief versehen. Könnte da jetzt nicht „vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, sei gelobet der Name des Herrn“ stehen?

Wohin bringen uns die Gedanken und Gefühle dieser Zeilen? 20 Monate Corona. 20 Monate Angst, Unsicherheit, Sorge und Bedrohung. 20 Monate kontroverse Diskussionen zu Covid-19. 20 Monate Zahlen und unterschiedliche Fakten, Maßnahmen und Verordnungen, Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Spaltung der Bevölkerung.

Ist das der Widersacher Christi, von dem im Brief die Rede ist? Ist das nun die Zeit, in der sich unser Glaube beweisen muss? Steht nun die Wiederkunft Christi unmittelbar bevor? In 4 Wochen, am 28. November, feiern wir den ersten Advent. Wir feiern die Zeit der Ankunft des Messias. Nur noch vier Kerzen anzünden, dann ist es soweit. Er kommt nach Corona 2021. Er kommt in unsere Dunkelheit und unsere Ängste. Er kommt in unsere Zerrissenheit und unser Uneins sein. Er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Warum nur lassen wir uns von der Eschatologie – der Vorstellung der letzten Dinge – so verrückt machen?

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Sagt dieser Messias, dieser Christus, auf den wir warten. Das ist befreiend. Das lässt uns getrost werden. Das gibt uns Kraft. Wir sind nicht verloren in dieser wilden Zeit. Nun klingen die Worte des Monatsspruchs anders. Nun haben sie für mich ihren dunklen Schatten verloren. Ja, die Vorstellung der letzten Dinge kann einen verrückt machen. Aber dazu ist Christus in die Welt gekommen, um das was ver-rückt ist, wieder gerade zu rücken. Sein Job ist es, die Last der Welt auf seinen Rücken zu nehmen und uns in seinen Armen Sicherheit zu geben. Was soll denn dann noch geschehen? Liebe Schwestern und Brüder lasst uns in den November gehen mit der Gewissheit und dem Friedenswunsch:

 „Er aber der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise, und die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen.“

Gott befohlen

Jens Weiblen

Kategorien: Andachten