„Sie machten es genau wie die anderen Völker, obwohl der HERR ihnen das verboten hatte.“
2. Könige 17,15b

Die Geschichte vom Volk Israel, das immer wieder auf’s Neue von Gott „abfällt“, auf die „Fresse“ fällt und fremden Göttern nachläuft habe ich früher meistens als Metapher auf das Leben heute – auf meine kleine Welt – gelesen: Werde nicht der „bösen Welt“ gleich, höre nicht ihre Musik sondern nur den sanften „Schmuse-Worship-Song“, und schaue ja nicht ihre Filme.
Erst später habe ich gelernt und dann auch verstanden: Es ging nicht darum, dass diese anderen Völker grundsätzlich alles „falsch“ machten. Kulturell waren sie Israel in vielen Bereichen sogar sehr ähnlich.
Die Dinge, die Gottes Volk nicht nachahmen sollte, waren nicht schlecht, weil sie fremd oder „unheilig“ waren, sondern weil sie ihnen auf nachvollziehbare Weise schadeten!
Da gab es Rituale der Selbstverletzung, Tempelprostitution und Kinderopfer, um den guten Willen der „Götter“ zu erzwingen – was bei Gott – JAHWE – nie nötig sein sollte.
Es gab Klassenunterschiede, wirtschaftliche und politische Machtspielchen, die Gott mit seinen sehr gleichmachenden Sozialgesetzen unterbinden wollte.

Wer als ChristIn alles ablehnt, nur weil es „aus der Welt“ kommt, macht Gott letztendlich zu einem Kleinlichen und Zwangsgestörten, der unser Verhalten aus Prinzip auf ein paar erlaubte Verhaltensweisen reduzieren möchte.
In Johannes 3,16 heißt es, dass Gott die WELT so sehr geliebt hat, dass er ihr Jesus gab.
Gottes Ziel war es nie, uns alle verhaltenskonform zu machen! Sondern unser alltägliches Verhalten, wie es sich auch gestalten mag, von echter Liebe, gesunden Beziehungen und Freiheit zu durchdringen.
Diesen Geist wünsche ich uns LeserInnen.
Viel Segen im non-konformen Verhalten welches aber in echter Liebe, gesunden Beziehungen und in aller Freiheit den Nächsten im Blick hat.

Von Toby Zucker (Jugendreferent auf Abschied)

Kategorien: Andachten