Manchmal denke ich, Nietzsche hatte vielleicht schon ein bisschen recht mit der Aussage: „Die Christen müssten doch viel erlöster aussehen!“ Natürlich sollen wir unser Kreuz auf uns nehmen, aber das Leben als solches von uns Christen sollte doch vielmehr von der Auferstehung her gelebt werden als immer nur zu jammern im jammervollen Jammertal!?

Das Kreuz auf obigem Foto ist das Geschenk Gottes an uns in unserem eigenen Garten. Und zwar so ziemlich genau seit Corona. Genau von meinem Stammplatz am Esstisch habe ich es jetzt seit Monaten vor Augen. Hochinteressant ist, dass dieses Kreuz am eindeutig höchsten Gewächs unseres Gartens wächst und an einer Stelle, an der um 12 Uhr genau die Sonne dahinter bzw. darüber steht! Wenn das kein gutes Zeichen ist!

Etliche Fotos habe ich gemacht. Bei Frost, vor der Blüte, vor dem Blattaustrieb, bei Wolken, bei Sonne. Und das schönste Foto – das Kreuz umgeben mit Blüten – konnte ich genau an meinem Geburtstag aufnehmen. (Davor regnete es tagelang und danach war das Wetter auch schlecht und vor allem sehr stürmisch.)

Mein besagter Esstischplatz wurde zu einem besonderen Gebets-Andachts-Innehalte-Platz und immer wieder dachte ich: „Das Kreuz ist leer!“

Das bedeutet für mich, dass der Auferstehungsglaube mein Herz und meine Seele erfüllen soll, dass ich meinen Blick in Richtung Himmel wende und dass ich die Blüten ums Kreuz bemerke und nicht immer nur die Last des Kreuzbalkens auf der Schulter spüre. Mit meiner sehr schweren seelischen Erkrankung seit meinem 15. Lebensjahr kenne ich ernsthafte Probleme und auch wenn ich wohl meist frohgemut daherkomme, kenne ich auch Phasen, an denen nichts in mir noch lachte. Aber auch da kann mir die Auferstehung helfen: Das Gute sehen! Im Danktagebuch die guten, schönen, kostbaren, heilsamen Momente festhalten! Inzwischen habe ich zwei Schränkchen voll mit Danktagebüchern und natürlich schreibe ich die nicht nur für mich, sondern viel mehr sind sie dem Auferstandenen gewidmet!

Ja. Wir leben noch nicht im Himmel. Vieles ist jammervoll im jammervollen Jammertal, aber eben bei weitem nicht alles! Lasst uns von der Auferstehung her leben und das nicht nur am Ostersonntag! Lasst uns so leben, dass Nietzsche, wenn er uns begegnen würde, sagen würde: „Donnerwetter, dieser Mensch wirkt wahrlich erlöst!“

Euch allen einen „erlösten“ Sommer. Bleibt gesund und – was mindestens so wichtig ist – gesegnet!

Eure Juljane Maier