„Ich kann das nicht!“, „Andere haben viel mehr Lebenserfahrung, haben mehr zu sagen und würden treffendere Worte finden“.

Diese und ähnliche Gedanken sind mir beim Schreiben dieser Zeilen mehr als nur einmal durch den Kopf geschossen.

Wenn wir einen Blick in unsere Bibel werfen, hat Gott die seltsame Angewohnheit, scheinbar unpassende Menschen für Aufgaben auszuwählen. Mose, der nicht gut vor Menschen sprechen kann (2. Mose 4,10); Jona, der vor seinem Auftrag wegläuft (Jona 1,3); Elia, der sich seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen fühlt (1. Könige 19,4); Jeremia, der sich zu jung fühlt (Jeremia 1,6); …

Hinter all den Einwänden und dem Zögern steckt sicher auch die Angst zu versagen. Wer sich investiert und einbringt, gibt einen Teil von sich selbst preis und gewährt Einblicke in die persönliche Gedanken- und Gefühlswelt. Der Blick hinter die Fassade macht extrem verletzlich und angreifbar — man riskiert zu scheitern oder Ablehnung zu erfahren. Die Angst zu versagen, lenkt den Blick auf das eigene Defizit, lässt uns weglaufen oder unfähig fühlen. Ob im Job, in Freundschaften und Beziehungen oder in der Gemeinde — sich zu investieren heißt, einen Schritt aus der Komfortzone herauszuwagen.

Doch warum hält Gott trotz der scheinbaren Untauglichkeit und allen Einwänden so hartnäckig an diesen Menschen fest?

Weil Gott auf den Menschen hinter der Fassade blickt und darin das Potenzial eines Menschen sieht!

Oft finde ich mich selbst in all dem Zögern und den Einwänden, suche 1000 Ausreden, warum ich nicht die richtige Person bin — und trotzdem: Kirche und Gemeinde lebt von Menschen, die sich investieren.

Visionäre, die von der Kirche von morgen träumen — Pragmatiker, die heute anpacken — Entertainer, die begeistern und mitreißen — Harmonizer, die Beziehungen knüpfen und Brücken bauen — …

In 1. Korinther 12,12, verwendet Paulus ein Bild für das Zusammenleben und die Aufgaben in der Gemeinde: „Es ist wie beim menschlichen Körper: Er bildet eine Einheit und besteht doch aus vielen Körperteilen. Aber obwohl es viele Teile sind, ist doch ein einziger Leib. So ist es auch mit Christus.“ (BasisBibel)

Ich träume von einer Kirche, die das Potenzial in Menschen sieht und ermutigt, sich mit seinen Stärken zu investieren.

Ich wünsche Dir, das Potenzial Deiner Mitmenschen und das Potenzial in Dir selbst zu entdecken. Genauso wie den Mut, einen Schritt aus der Komfortzone zu wagen und Dich mit Deinen Stärken zu investieren.

In diesem Sinne — never hide your superpower(s)!

Kategorien: Andachten