Von Pastor i. R. Reiner Dauner

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

vor kurzem haben wir Ostern gefeiert. Es ist ja in unseren Gemeinden schon seit vielen Jahren Tradition, dass wir diese Ostergottesdienste beginnen mit der Aussage des Pastors: „Der Herr ist auferstanden!“ – und die Antwort der Gemeinde „Er ist wahrhaftig auferstanden.“ Gestattet mir die Rückfrage: Glauben wir dies wirklich?

Warum ist dies so wichtig – ja entscheidend? Der Apostel Paulus gibt darauf die Antwort (1. Kor. 15): „Wenn Jesus nicht auferstanden ist, ist der Glaube umsonst!“ – Von den Jüngern Jesu lesen wir, dass auch sie so reagiert haben, als die Frauen ihnen diese Nachricht überbracht haben: „Es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht“. – Nein, auch die Jünger konnten es einfach nicht fassen. Sie sagten den Frauen wohl: Ihr habt euch etwas eingebildet. Einer, Petrus, ging dann zum Grab und schaute nach: Gewundert hat er sich natürlich, als er das leere Grab sah! Aber geglaubt hat er damit noch lange nicht!

Denn der Glaube an den Auferstandenen entsteht nicht durch das leere Grab – sondern nur durch eine Begegnung mit dem Auferstandenen selbst!

Warum konnten die Jünger Jesu damals nicht – warum so wenige Menschen heute – an die Auferstehung Jesu glauben? Immer wieder kann man hören: Sterben ist ein Naturgesetz, dies gilt für alle – und noch ist keiner zurückgekommen – so argumentieren viele! Eine Auferstehung können die Menschen nicht fassen, nicht begreifen: Dies würde alle Erfahrungen auf den Kopf stellen; dies wäre eine Erschütterung, eine Umwälzung; dies käme einem Erdbeben gleich, einer Revolution!

Und genau dies steht in unserem Auferstehungsbericht von damals: „Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Der Engel kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg“ (Matth. 28,2). Die Erde bebt – der Stein bebt – wenn Gott eingreift – auch die Menschen kommen ins Beben, in Erschütterung und Bestürzung: So heißt es von den Wächtern am Grab, sie „erschraken aus Furcht“ – erbebten und wurden leichenblass – „wie tot.“ Es ist wirklich ein Ereignis, das die ganze Welt erschüttert, eine Revolution Gottes! Das lateinische  Wort von „er wälzt den Stein weg“ heißt „revolvit“  von daher kommt das Wort Revolution, Umwälzung! – Ostern bringt die Revolution Gottes – die Auferstehung Jesu – Wendepunkt der Weltgeschichte! – Was bedeutet dies für dich und mich? Können wir heute die Auferstehungskraft Jesu erleben? Ja, sicher! Ich denke z. B. an die 17 Theologie-Studenten aus der Ukraine, die ich für 2 Wochen nach Deutschland holte. Darunter waren drei Studenten, die früher Rauschgift-abhängig waren – alle drei sind durch die Auferstehungskraft Jesu frei geworden von ihrer Sucht. Ich denke an ein seelsorgerliches Gespräch in meinem Studierzimmer, bei dem diese Person eine starke Erfahrung und Durchbruch erlebte, so dass sie von dem Tag an befreit wurde von einer dunklen Vergangenheit – und so könnte ich noch viele Beispiele aus meinem Leben berichten. So ermutige ich uns alle, Jesus Christus ernst zu nehmen, wenn er von sich sagt: „Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offenb. 1,18) – gehen wir zu ihm mit unseren Anliegen!